Anträge

Pfle­ge­be­darfs­plan

Zusammenfassung

Die Frak­ti­on DL/P/DL bean­tragt die Erar­bei­tung eines kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­plans für die Stadt Del­men­horst. Bei der Erar­bei­tung des kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­plans ist die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit von Vertreter:innen der Stadt­ver­wal­tung, Vertreter:innen des Rates der Stadt Del­men­horst, ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten, sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und wei­te­ren Akteu­ren wie dem Senio­rennetz­werk ausschlaggebend. 

Die Frak­ti­on DL/P/DL bean­tragt die Erar­bei­tung eines kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­plans für die Stadt Del­men­horst. Bei der Erar­bei­tung des kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­plans ist die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit von Vertreter:innen der Stadt­ver­wal­tung, Vertreter:innen des Rates der Stadt Del­men­horst, ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten, sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und wei­te­ren Akteu­ren wie dem Senio­rennetz­werk aus­schlag­ge­bend. Nur so kann eine bedarfs­ge­rech­te Pla­nung und zukünf­ti­ge Steue­rung der pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung in unse­rer Stadt sicher­ge­stellt werden.

Die kom­mu­na­le Pfle­ge­be­darfs­pla­nung umfasst min­des­tens fol­gen­de Punkte:

  • Pfle­ge­sta­tis­tik 2021
    • Anzahl Pfle­ge­be­dürf­ti­ger und pfle­gen­der Angehöriger
    • Dar­stel­lung der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit nach Pfle­ge­gra­den, Alter und Versorgungsformen
    • Ange­bo­te für jun­ge Pfle­ge­be­dürf­ti­ge (ambu­lant und stationär)
    • Ange­bo­te für Men­schen mit (erheb­lich) ein­ge­schränk­ter Alltagskompetenz/ demen­zi­el­ler Erkrankung
    • Inan­spruch­nah­me und Ver­sor­gung von Tagespflegeangeboten
  • Bestands­auf­nah­me
    • Eck­da­ten zu ambu­lan­ten, teil­sta­tio­nä­ren und sta­tio­nä­ren Versorgungsangeboten
    • Eck­da­ten zur Aus­las­tung der der­zei­ti­gen Angebotslandschaft
  • Ent­wick­lung der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit in der Del­men­hors­ter Bevöl­ke­rung unter Berück­sich­ti­gung des demo­gra­fi­schen Wan­dels bis 2035
    • Demo­gra­fi­scher Wandel
    • Wei­te­re Ein­fluss­fak­to­ren auf die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung in Delmenhorst
    • Modell­rech­nung für die Jah­re 2022 bis 2035
    • Bedarfs­schät­zung ambu­lan­ter, teil­sta­tio­nä­rer und voll­sta­tio­nä­rer Pfle­ge­ar­ran­ge­ments in der Stadt Del­men­horst für die Jah­re 2022 — 2035
  • Maß­nah­men­ka­ta­log zur Sicher­stel­lung der ambu­lan­ten, teil­sta­tio­nä­ren und voll­sta­tio­nä­ren Pflegeangebote

Der Maß­nah­men­ka­ta­log der kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­pla­nung ist eine Emp­feh­lung aller betei­lig­ten Akteu­re und bedarf der regel­mä­ßi­gen Fort­schrei­bung und Bera­tung im zustän­di­gen Fach­aus­schuss sowie im Rat der Stadt Delmenhorst.

Ziel der kom­mu­na­len Pfle­ge­be­darfs­pla­nung ist es, eine leis­tungs­fä­hi­ge und nach­hal­ti­ge Unter­stüt­zungs­struk­tur für älte­re und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen sowie deren Ange­hö­ri­ge durch die Ent­ste­hung und Ver­net­zung bestehen­der und benö­tig­ter Dienst­leis­tun­gen, Bera­tungs­an­ge­bo­ten, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und alter­na­ti­ven Wohn­for­men sicher­zu­stel­len. Das Selbst­be­stim­mungs­recht älte­rer und pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen in jeder Lebens­pha­se fin­det hier­bei beson­de­re Beachtung.

Begrün­dung

Schon heu­te ist die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung, ins­be­son­de­re die ambu­lan­te pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung in Del­men­horst unzu­rei­chend! Für neu auf­tre­ten­de Pfle­ge­fäl­le ist kaum noch ein ambu­lan­ter Pfle­ge­dienst zu fin­den, bei schwerst erkrank­ten Pati­en­ten (z. B. im Bereich der spe­zia­li­sier­ten ambu­lan­ten Pal­lia­tiv­ver­sor­gung (Kurz: SAPV)) bestehen War­te­lis­ten, die oft über die ver­blei­ben­de Lebens­zeit des Pati­en­ten hin­aus reichen. 

Auch die sta­tio­nä­re Pfle­ge in Del­men­horst ist trotz der Neu­an­sied­lung von zwei Pfle­ge­hei­men (Düs­tern­ort­str., Moor­weg), nicht mehr aus­rei­chend gesi­chert. Ins­be­son­de­re sind Kurz­zeit­pfle­ge­plät­ze kaum noch zu fin­den. Eine freie Wahl für eine Ein­rich­tung im Rah­men der Selbst­be­stim­mung für Betrof­fe­ne und Ange­hö­ri­ge ist nicht sicher­ge­stellt. Für dau­er­haf­te voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge bestehen län­ge­re War­te­zei­ten, die Pfle­ge­diens­te und die Pfle­ge­hei­me kla­gen dar­über hin­aus über erheb­li­chen Fachkräftemangel.

Der demo­gra­fi­sche Wan­del in der Bevöl­ke­rung wird eine gro­ße gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung. Mit einem Pla­nungs­auf­trag für die Stadt­ver­wal­tung Del­men­horst wird dabei die Mög­lich­keit eröff­net, bedarfs­ge­rech­te und ver­bind­li­che Ent­schei­dun­gen über die Ent­wick­lung neu­er Pfle­ge­an­ge­bo­te zu schaf­fen, die vor­han­de­ne Res­sour­cen berück­sich­tigt, bün­delt und in die Pla­nung mit einbezieht.

Die Mar­ke “fami­li­en­ge­rech­te Kom­mu­ne” soll­te zudem nicht nur Fami­li­en mit Kin­dern anspre­chen, son­dern Fami­li­en­le­ben an sich. Schon heu­te steigt der Anteil pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger täg­lich, auch sie benö­ti­gen Bera­tung, Beglei­tung und Unterstützung.

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